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Die Stadt Salzburg ist zufrieden - Abfalltrennung in Wohnhausanlagen mit Multipress ECO verbessert

Die Stadt Salzburg ist zufrieden - Abfalltrennung in Wohnhausanlagen mit Multipress ECO verbessert

Presscontainer mit Wiegeschleuse schaffte, was Appelle und Information nicht erreichten

Seit Juli 2011 entsorgen 289 Bewohnerinnen einer Wohnanlage in der Stadt Salzburg ihren Restabfall auf neue Weise. Mit Zugangscode auf ihrem Schlüsselanhänger öffnen sie den Einwurfschacht eines Presscontainers und erfahren nach dem Einwerfen des Restabfalls auch gleich dessen Gewicht. Seither hat sich die Restabfallmenge um 25 %. verringert. Die Sammelmengen von Plastikflaschen (+ 300%) und Altpapier (+100%) stiegen stark an. Die gute Sammelqualität blieb erhalten. Statt 2 mal wöchentlich kommt nun die Müllabfuhr alle 4 Wochen, um den Container zu leeren.

Die Problemstellung

BewohnerInnen in Wohnanlagen sind allein durch Appelle und Informationen schwer zu motivieren, den Abfall besser zu trennen. Die Anonymität und die gemeinsam genutzten Abfallbehälter ohne Rückmeldung über die individuell entsorgte Restabfallmenge bieten auch kaum Anreiz dazu. Dabei wohnt ein Großteil der StadtbewohnerInnen in solchen Wohnanlagen – in der Stadt Salzburg über 70 %.

Der Lösungsansatz

Mittlerweile erlauben neue Entsorgungssysteme, die Abfallmenge auch in großen Wohnanlagen zu "individualisieren". Die Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft (GSWB) wurde gewonnen, die Restabfallentsorgung in einer Wohnanlage versuchsweise auf einen Presscontainer mit Wiegeschleuse und individuellem Zugangscode für die einzelnen Wohnparteien umzustellen.
Jede Wohnpartei erhielt einen Transponder in Form eines Schlüsselanhängers. Damit öffnen die Nutzer die Einwurfschleuse des Containers und erfahren auch gleich das Gewicht der eingeworfenen Restabfallmenge. Das Bedienen ist einfach und auch für Menschen mit Behinderung leicht durchführbar. Container inklusive Wiegesystem und Datenmanagement stammen von der Fa. Pöttinger Entsorgungstechnik in Grieskirchen.

Das Ziel

Das Ziel ist eine verbesserte Abfalltrennung, dies sich konkret in der in der Menge des erfassten Restabfalls und der getrennt gesammelten Altstoffe (Papier u. Kartonagen, Plastikflaschen) niederschlägt. Dazu wurde die Wochenmenge des Restabfalls, der vor der Umstellung in den herkömmlichen Abfallbehältern erfasst wurde, verwogen und mit den Mengen nach der Umstellung verglichen. Die Menge an getrennt erfassten Plastikflaschen und Papier/Kartonagen wurde über das bereit gestellte Sammelvolumen ermittelt.

Schritte zur Umsetzung

Nach der Kontaktaufnahme mit der Hausverwaltung (GSWB) und der Einigung über den Probebetrieb richtete die GSWB den Aufstellplatz des Containers ein (Stromanschluss, Beleuchtung). In einem Schreiben wurden die betroffenen BewohnerInnen über die bevorstehende Neuerung bei der Restabfallsammlung und die mögliche Gebühreneinsparung bei guter Abfalltrennung informiert. Für jede Hauspartei wurde ein Transponder in Form eines Schlüsselanhängers vorbereitet. Mit diesem Schlüsselanhänger lässt sich die Einwurfschleuse öffnen, die eingeworfene Abfallmenge wird verwogen und der jeweiligen Hauspartei zugeordnet.
Kurz vor Abzug der alten Restabfalltonnen und der Aufstellung des Presscontainers erfolgte die Ausgabe der Schlüsselanhänger, gemeinsam mit der Bedienungsanleitung. (92 Schlüsselanhänger für 92 Wohnungen, insgesamt 289 BewohnerInnen)

Die Ergebnisse:

Seit Inbetriebnahme des Containers vor einem ¾ Jahr hat sich die Restabfallmenge um 25 %. verringert (Jahresmenge pro Kopf :128 kg). Die Einsparung wurde über die Gebühr an die GSWB weitergegeben.
Das wurde auch an die BewohnerInnen rückgemeldet, sodass das Engagement beim besseren Trennen nicht unbelohnt blieb.
Die Sammelmengen von Plastikflaschen (+ 300%) und Altpapier (+100%) stiegen stark an. Die Sammelqualität verschlechterte sich dabei nicht.
Der Aufstellort des Containers ist sauber. Die Hausbetreuer haben mit dem System nach eigenen Angaben weniger Arbeitsaufwand.
Die Zufriedenheit der BewohnerInnen ist nach wie vor gegeben. Es kam bisher noch zu keinem Verlust eines Transponders (Bei Verlust ist ein Betrag von 10 € zu entrichten).

Grundmotiv für das Projekt war neben dem Aspekt der Abfalltrennung auch die langfristige Kosteneinsparung. Den Investitionskosten für den ECO-Container und die Datenübertragung stehen gegenüber:
eingesparte Abfallbehandlungskosten durch verbesserte Trennung (rd. 1.200 €/Jahr). geringere Sammelkosten: Entleerung des ECO-Containers durch eine Person alle 4 Wochen gegenüber 2 mal wöchentliche Entleerung durch eine Abfuhrmannschaft mit 3 Mitarbeitern, Entfall der Bereitstellung und Wartung der 6 Stück herkömmlicher Großraumtonnen Die Einsparungen bei der Sammlung lassen sich noch schwer beziffern und kommen erst nach dem Ausbau des Systems voll zum Tragen, wenn dadurch eine komplette herkömmliche Sammeltour ersetzt wird. Durch das gestreckte Abfuhrintervall (mindestens 8 fach) mit bedarfsgerechter Entleerung in Abhängigkeit vom Füllgrad sind Einsparungen an Treibstoff und letztlich auch bei den CO2 Emissionen verbunden.
Als innovatives Projekt zur Verbesserung der Abfalltrennung wurden die Investitionskosten durch das Amt der Salzburger Landesregierung gefördert.
Seit 1. März 2012 ist ein weiterer ECO-Container in einer anderen Wohnanlage der GSWB im Einsatz (für 186 Wohnungen, 406 BewohnerInnen). Auch hier musste das Sammelvolumen für Plastikflaschen (+120 %) und Altpapier (+20 %) schon erhöht werden. Anfragen für weitere Aufstellorte sind vorhanden und der weitere Ausbau ist geplant.
Bislang erfolgt die Vergebührung noch nicht individuell nach eingeworfener Menge (Abstimmung mit GSWB und Mietrecht sind noch im Gange). Trotzdem entfaltet allein schon die Individualisierung über den eigenen Zugang zum Container und die angezeigte Einwurfmenge schon die erwünschte Wirkung.

Walter Galehr
AbfallService Stadt Salzburg


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Text und Bilder: STADT:SALZBURG Magistrat, Abfallservice

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